Thema NetzwerkNutzungsdauer 7 Jahre und mehrWPS abschaltenWartung 1× im Jahr

Heimnetzwerk absichern: welche Router-Einstellungen wirklich zählen

Der Router ist das Gerät im Haushalt, das am längsten läuft und am seltensten angefasst wird. Meist steht er jahrelang im Auslieferungszustand hinter dem Fernseher, obwohl jedes andere Gerät über ihn ins Netz geht. Wir haben zusammengestellt, welche Einstellungen tatsächlich einen Unterschied machen und welche man sich sparen kann.

Warum der Router das wichtigste Gerät im Haushalt ist

Er ist die Grenze zwischen dem eigenen Netz und dem offenen Internet, und er läuft rund um die Uhr. An ihm hängen längst nicht mehr nur Rechner und Smartphones, sondern Fernseher, Kameras, Sprachassistenten, Thermostate und Drucker. Fällt der Router aus, steht der Haushalt digital still. Wird er übernommen, hat ein Angreifer Zugriff auf alles, was dahinter liegt.

Router mit angelegten Antennen von oben, daneben eine leere weisse Karte
Das Gerät, das am längsten läuft und am seltensten angefasst wird.

Erschwerend kommt die Nutzungsdauer hinzu. Ein Router bleibt im Schnitt deutlich länger im Betrieb als ein Smartphone, häufig sieben Jahre und mehr, und bei Geräten, die der Zugangsanbieter mitliefert, entscheidet oft dieser über den Zeitpunkt eines Austauschs. In dieser Zeit ändert sich die Bedrohungslage erheblich, die Konfiguration im Wohnzimmer dagegen selten.

Der Auslieferungszustand ist kein Sicherheitskonzept

Die aufgedruckten WLAN-Schlüssel moderner Geräte sind in der Regel brauchbar. Das Problem liegt woanders. Bei vielen Modellen ist das Passwort für die Verwaltungsoberfläche entweder identisch mit dem WLAN-Schlüssel oder es lautet schlicht admin. Wer im Netz steht, kommt damit an die Konfiguration, und von dort aus lässt sich der gesamte Datenverkehr umleiten.

Die Einstellungen, die tatsächlich etwas bewirken

Einstellungen am Router, nach tatsächlicher Wirkung geordnet
EinstellungWirkungAufwandAnmerkung
Admin-Passwort vom WLAN-Schlüssel trennenhocheinmaligsonst führt der Weg vom Netz direkt in die Konfiguration
Automatische Firmware-Aktualisierunghocheinmaligsonst bleiben bekannte Lücken monatelang offen
WPA3 statt WPA2hocheinmaliggemischter Betrieb hält ältere Geräte am Netz
WPS abschaltenhocheinmaligdie achtstellige PIN ist durchprobierbar
Fernzugriff deaktivierenhocheinmaligwird im Haushalt praktisch nie gebraucht
Gastnetz einrichtenhocheinmaligtrennt Geräte ohne Update-Versorgung vom Rest
UPnP abschaltenmitteleinmaligSpielekonsolen brauchen danach eventuell Nacharbeit
Netzwerknamen ohne PersonenbezugmitteleinmaligNachname und Wohnungsnummer gehören nicht hinein
Netzwerknamen versteckenkeineentfälltdie Kennung wird ohnehin übertragen und ist auslesbar

Admin-Passwort und Firmware

Das Verwaltungspasswort gehört getrennt vom WLAN-Schlüssel gesetzt und sollte nirgends sonst verwendet werden. Genauso wichtig ist die automatische Firmware-Aktualisierung, sofern das Gerät sie anbietet. Bekannte Router-Lücken werden noch Monate nach Veröffentlichung eines Updates ausgenutzt, weil die Geräte einfach niemand anfasst. Wer kein automatisches Update hat, sollte zweimal im Jahr manuell nachsehen.

WPA3 statt WPA2, und WPS abschalten

Für die Verschlüsselung des Funknetzes ist WPA3 der aktuelle Stand, den die Wi-Fi Alliance als Nachfolger von WPA2 definiert hat. Viele Router bieten einen gemischten Betrieb an, damit ältere Geräte weiter funktionieren. Abschalten sollte man dagegen WPS, also die Anmeldung per Knopfdruck oder achtstelliger PIN. Diese PIN lässt sich in überschaubarer Zeit durchprobieren, und der Komfortgewinn steht in keinem Verhältnis dazu.

Fernzugriff und automatische Portfreigaben

Zwei Funktionen öffnen das Netz nach aussen, ohne dass es auffällt. Der Fernzugriff auf die Verwaltungsoberfläche wird selten gebraucht und gehört deaktiviert. Und UPnP erlaubt es Programmen im Netz, selbstständig Ports nach aussen freizugeben. Praktisch für Spielekonsolen, unpraktisch, wenn ein befallenes Gerät sich damit eine Tür öffnet.

Der Netzwerkname verrät mehr als nötig

Eine Kleinigkeit, die häufig übersehen wird: Der Name des Funknetzes ist für die gesamte Nachbarschaft sichtbar. Nachname, Wohnungsnummer oder Strassenname gehören dort nicht hinein, weil sich damit ein Anschluss einer Person zuordnen lässt. Das Verstecken des Netzwerknamens bringt hingegen nichts, die Kennung wird trotzdem übertragen und ist mit einfachen Mitteln auslesbar. Der Aufwand erschwert nur die eigene Einrichtung neuer Geräte.

Ein Gastnetz für alles, was nicht mitreden muss

Nahezu jeder aktuelle Router kann ein zweites, getrenntes Funknetz aufspannen. Dort gehören alle Geräte hinein, die ins Internet müssen, aber nichts im Heimnetz zu suchen haben, also die Kamera, der Saugroboter oder der smarte Lautsprecher. Wird eines dieser Geräte übernommen, erreicht der Angreifer von dort aus nicht den Rechner oder den Netzwerkspeicher.

WAS DIE TRENNUNG BEWIRKTHeimnetzRechner, Telefongreifen gegenseitig zu, Netzwerkspeicher und Freigaben inklusiveHeimnetzNetzwerkspeichererreichbar für alles, was im selben Netz angemeldet istGastnetzKamera, Saugroboterkommen ins Internet, erreichen das Heimnetz aber nichtGastnetzübernommenes Gerätendet an der Trennung, statt den Rechner zu erreichenGRUNDLAGE: TRENNUNG ZWEIER FUNKNETZE AUF DEMSELBEN GERAETWAS DIE TRENNUNG BEWIRKTHeimnetzRechner, Telefongreifen gegenseitig zu, Netzwerkspeicher und HeimnetzNetzwerkspeichererreichbar für alles, was im selben Netz angeGastnetzKamera, Saugroboterkommen ins Internet, erreichen das Heimnetz aGastnetzübernommenes Gerätendet an der Trennung, statt den Rechner zu eGRUNDLAGE: TRENNUNG ZWEIER FUNKNETZE AUF
Dieselbe Leitung, zwei getrennte Netze: der Unterschied zeigt sich erst, wenn ein Gerät übernommen wird.

Warum das gerade bei günstigen Geräten zählt

Bei preiswerter Smart-Home-Hardware endet die Versorgung mit Aktualisierungen oft nach kurzer Zeit, teils noch während das Produkt im Handel steht. Diese Geräte bleiben trotzdem jahrelang im Betrieb. Ein Gastnetz ist der einfachste Weg, sie zu nutzen, ohne dem gesamten Haushalt ihr Sicherheitsniveau aufzuzwingen.

Was der Router nicht leisten kann

Seine Schutzwirkung endet an der eigenen Haustür. Sobald ein Gerät das Haus verlässt und in fremden Netzen hängt, greift keine dieser Einstellungen mehr, und dafür braucht es andere Mittel, etwa die Frage, warum ein VPN sinnvoll sein kann. Ebenso wenig schützt der Router vor gefälschten Mails oder Zugangsdaten, die bei einem Anbieter abfliessen. Welche Massnahmen im Haushalt zuerst kommen, ordnet der digitale Verbraucherschutz des BSI ein.

Die Grenze

Hinzu kommt eine Abhängigkeit, die sich technisch nicht wegkonfigurieren lässt. Wie stark der Alltag an einzelnen Diensten hängt, hat sich gezeigt, als ein Ausfall bei Facebook weltweit auch Anmeldungen bei fremden Anwendungen lahmlegte. Ein gut konfigurierter Router ändert daran nichts.

Ein Wartungstermin im Jahr genügt

Der Aufwand ist überschaubar. Einmal jährlich die Firmware prüfen, das Verwaltungspasswort ansehen, die Liste der verbundenen Geräte durchgehen und unbekannte Einträge klären. Wer dabei gleich das Gastnetz einrichtet, hat den grössten Teil der sinnvollen Massnahmen erledigt. Alles darüber hinaus ist Feinarbeit und für die meisten Haushalte verzichtbar.

Ein Punkt gehört allerdings auf die Liste, sobald das Gerät älter wird. Erhält ein Router keine Aktualisierungen mehr, hilft keine Einstellung weiter, und ein Austausch ist dann die einzige wirksame Massnahme. Ob ein Modell noch versorgt wird, steht in der Regel auf den Supportseiten des Herstellers. Bei Leihgeräten des Zugangsanbieters lohnt eine Nachfrage, denn ein Tausch ist dort meist kostenfrei möglich.

Häufige Fragen

Welche Einstellung bringt am meisten?

Ein eigenes Verwaltungspasswort, getrennt vom WLAN-Schlüssel. Bei vielen Modellen ist beides identisch oder das Passwort lautet schlicht admin.

Wer im Netz steht, kommt damit an die Konfiguration, und von dort aus lässt sich der gesamte Datenverkehr umleiten.

Bringt es etwas, den Netzwerknamen zu verstecken?

Nein. Die Kennung wird trotzdem übertragen und ist mit einfachen Mitteln auslesbar. Der Aufwand erschwert nur die eigene Einrichtung neuer Geräte.

Sinnvoll ist dagegen, den Namen ohne Personenbezug zu wählen: Nachname, Wohnungsnummer oder Strassenname gehören dort nicht hinein.

Wofür ist ein Gastnetz gut?

Für alles, was ins Internet muss, aber nichts im Heimnetz zu suchen hat: Kamera, Saugroboter, smarter Lautsprecher.

Wird eines dieser Geräte übernommen, erreicht ein Angreifer von dort aus weder den Rechner noch den Netzwerkspeicher.

Muss WPS wirklich aus?

Die achtstellige PIN lässt sich in überschaubarer Zeit durchprobieren, und der Komfortgewinn steht in keinem Verhältnis dazu.

Die Anmeldung neuer Geräte dauert ohne WPS wenige Sekunden länger und verlangt lediglich den WLAN-Schlüssel.

Wie oft sollte man den Router prüfen?

Einmal im Jahr genügt: Firmware prüfen, Verwaltungspasswort ansehen, die Liste der verbundenen Geräte durchgehen und unbekannte Einträge klären.

Ohne automatische Aktualisierung sind zwei Termine im Jahr die bessere Wahl, weil bekannte Lücken noch Monate nach einem Update ausgenutzt werden.

Was tun, wenn der Router keine Updates mehr bekommt?

Dann hilft keine Einstellung weiter, und ein Austausch ist die einzige wirksame Massnahme. Ob ein Modell noch versorgt wird, steht in der Regel auf den Supportseiten des Herstellers.

Bei Leihgeräten des Zugangsanbieters lohnt eine Nachfrage, denn ein Tausch ist dort meist kostenfrei möglich.

GrundlageKonfigurationsoptionen handelsüblicher Heimrouter sowie die Festlegungen der Wi-Fi Alliance zu WPA3.Die Tabelle ordnet nach Wirkung im Regelfall. Bezeichnungen der Schalter unterscheiden sich je nach Hersteller.